Wissen, wo man steht
Transportunternehmer Forstmann punktet mit Personalkonzept
von Claus Grimm
In der Vergleichsanalyse Top Job hat es in diesem Jahr ein Transportunternehmen unter die „besten Arbeitgeber des Mittelstands“ gebracht. Für den Inhaber Holger Forstmann war die Analyse ein geeignetes Instrument, mit dem er feststellen kann, wo er gut ist und wo er besser werden kann. Der Transportunternehmer Holger Forstmann (36) will sich mit anderen Firmen messen: Wo stehe ich eigentlich?, ist seine Ausgangsfrage. Vor der Antwort steht die Analyse. Dazu gehört eine gehörige Portion Mut und Offenheit.
Forstmann lässt seine Mitarbeiter für eine Unternehmensvergleichsstudie anonym befragen. Jeder bekommt mit einem Kennwort Zugang zu einem Online-Fragebogen. Werden Sie aufgrund Ihres Alters schikaniert? Nehmen Sie an Betriebsfeiern teil? Wie ist der Kontakt zu Ihrem Vorgesetzten?, wird unter anderem gefragt. Für die etwa 90 fest angestellten Fahrer sind Fragen über das Verhältnis zu den Disponenten wichtig oder „ob der Chef ein offenes Ohr für ihre Probleme hat“. Wissenschaftlich begleitet. Hinter der Befragung steht die wissenschaftliche Expertise von Heike Bruch. Sie ist Professorin und Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen. Bruch weist in der Benchmarkanalyse nach, dass gutes Personalmanagement und Unternehmenserfolg miteinander verbunden sind.
Die Auswertung und ein Lob von Mentor Wolfgang Clement hat Forstmann mittlerweile erhalten. Diagramme beschreiben ihm, wo bei diesem Benchmarking sein Personalmanagement steht. Er wird eingestuft und am „besten Verfahren“ (Best Practice) gemessen. So liegt er beim Einsatz „relevanter Personalmanagementelemente“ über dem Durchschnitt, ebenso in der Kategorie „Führung und Vision“. Was Forstmann über den Durchschnitt hebt, ist ein ausgeprägtes Rückmeldesystem. Einmal in der Woche wird den Fahrern dargelegt, ob sie wirtschaftlich oder unwirtschaftlich fahren.
Daten kommen aus dem Mercedes-Fleetboard. Jede Tour der überwiegend im Linienverkehr fahrenden Kollegen fährt ein „Ecotrainer“ vor. Dieser errechnet, wie viel Sprit dafür erforderlich ist. Daran und am Schwierigkeitsgrad der Tour bemisst sich unter anderem eine Prämie. „Sie haben gute, mittlere und nicht so gute Mitarbeiter“, teilt er ein. Dem guten das Gleiche zu zahlen wie dem weniger guten, das mag er nicht einsehen. Etwa 70 Prozent seiner Fahrer bekommen den quartalsweise ausgezahlten Bonus ohne nennenswerte Abzüge. Und um 3 bis 4 l habe er den Verbrauch pro 100 km gesenkt, sagt Forstmann. Bei geschätzten 8 Mio. Jahreskilometern eine „echte Hausnummer“...
Quelle: DVZ – Deutsche Logistik-Zeitung | DVZ Nr. 18 | Claus Grimm
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Quelle: DVZ – Deutsche Logistik-Zeitung | DVZ Nr. 17 | 09.02.10 (gm)
