Ein Champion auf dem Bock
Das Erfolgsbeispiel eines jungen deutschen Fahrers beweist: Mit viel Ehrgeiz, Wissensdurst und regelmäßigem Training kann sogar der Sprung in die internationale Top-Elite der Berufskraftfahrer gelingen.
Als Initialzündung seines beruflichen Werdegangs bezeichnet Christian Sparenberg die Teilnahme an einem Eco Training im Jahr 2007. Zwar interessierte sich der umweltbewusste Kraftfahrer, der bei Holger Forstmann Transporte im deutschen Ibbenbüren angestellt ist, schon vorher für eine sparsame Fahrweise, doch beim Eco Training wurde sein sportlicher Ehrgeiz von Grund auf geweckt.
Das theoretische Wissen aus der Schulung diente ihm als Basis, die er in der Praxis mit eigenen Erfahrungen anreicherte und immer weiter verfeinerte. Beispielsweise beim Ausnutzen der Rollphase vor einem Kreisverkehr: „In einer solchen Situation habe ich für mich herausgefunden, dass ich die Schubkraft des Fahrzeugs teilweise schon einen Kilometer vorher ausnutzen kann, indem ich rechtzeitig vom Gas gehe. Ein Umschalten von Tempomat auf den Retarder ist somit überhaupt nicht notwendig“, erklärt Sparenberg. Um hierbei den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, fährt er vorausschauend und behält die Geschwindigkeit im Blick. Dann sucht er sich einen Orientierungspunkt an der Straße, bis zu dem er den Geschwindigkeitsabfall beobachtet und mit der verbleibenden Distanz bis zum Kreisverkehr abgleicht. Solche Tricks brachten Sparenberg bei einem internationalen Fahrerwettbewerb mit 5.400 Teilnehmern ganz nach vorne: Er erreichte auf Anhieb den siebten Platz. Bei einem anderen Wettbewerb ließ er die versammelte Konkurrenz hinter sich, weil er auf seiner Tour sechs Liter unter dem Durchschnittsverbrauch der Gruppe lag.
„Jeder kann sich verbessern.“
Sein neu erlangtes Wissen selektiert Sparenberg allerdings sorgfältig, denn seiner Erfahrung nach ist nicht jeder Tipp praxistauglich. „In den meisten Eco Trainings wird die permanente Vollgas-Beschleunigung empfohlen“, berichtet Sparenberg, „aber das ist nur bei voller Ladung sinnvoll. Bei Teillasten gebe ich auch nur Halbgas, denn nur so lässt sich effi zient Sprit sparen.“
Grundsätzlich kann sich jeder Fahrer durch die Teilnahme an Schulungen in der wirtschaftlichen Fahrweise verbessern, meint der Profi . Um allerdings auf ein Top-Niveau zu kommen, müsse man den Willen und jede Menge Eigenmotivation mitbringen, um langfristig am Ball zu bleiben. Dass er nicht nur ein guter Schüler ist, beweist Sparenberg in seiner neuen Aufgabe als Fahrertrainer in seinem Betrieb. Regelmäßig lässt er die Kollegen an seinem Wissen teilhaben: „Ich zeige den Kollegen beispielweise, wie man mit Hilfe des Navis die optimale Fahrtgeschwindigkeit für eine Route ermittelt, um rechtzeitig ans Ziel zu gelangen. In den meisten Fällen muss die Höchstgeschwindigkeit dazu noch nicht einmal erreicht werden.“
Quelle: DKV | Truck, Bus + Co – Das Magazin für Kunden und Freunde des Hauses
